Die Stammzellentherapie in der Zukunft
Die medizinische Wissenschaft stellt hohe Erwartungen an Stammzellen. Daher werden zurzeit intensive Bemühungen zur Erforschung der verschiedenen Arten von Stammzellen und ihrer therapeutischen Anwendung unternommen.
Reparatur von Schäden
Viele Anwendungen von Stammzellen fallen unter die so genannte ‘regenerative Heilkunde’. Dabei handelt es sich um den Austausch oder die Wiederherstellung von beschädigtem oder verloren gegangenem Gewebe. Meistens geht es dabei um embryonale Stammzellen oder Stammzellen aus Knochenmark.
Die medizinische Wissenschaft erwartet, dass Stammzellen aus Nabelschnurblut bei der Wiederherstellung von Gewebe mindestens so gut funktionieren werden (I). Sie sind schließlich jung und vital (II).
Einige Beispiele:
- Die Klärung der Frage, in welcher Weise autologe Stammzellen das Herzmuskelgewebe nach einem Infarkt wiederherstellen können, ist bereits weit fortgeschritten (III). Klinische Studien zeigen positive Ergebnisse (IV). Auch in Europa wird diese Anwendung erforscht (V). Die Ergebnisse bei Patienten mit chronischen Herzleiden sind ebenfalls viel versprechend (VI).
- Die Forscher sind zuversichtlich und gehen davon aus, dass Stammzellen bei der Behandlung von Diabetes (VII) eine Rolle spielen werden. Auch bei Autoimmunkrankheiten wie Lupus (VIII) und juvenile Arthritis (IX) werden die Möglichkeiten untersucht.
- Beim ‘Tissue Engineering’ geht es um die künstliche Anregung des Gewebewachstums. Dabei werden Stammzellen auf eine synthetische Basis gegeben, so dass daraus Haut-, Herzklappen- und Knochengewebe entstehen kann. Dies könnte eine Vielzahl von Anwendungen in der Chirurgie ermöglichen. Inzwischen sind bereits diverse erfolgreiche Tierversuche in dieser Richtung (X) durchgeführt worden.
- Stammzellen können auch bei der Gentherapie zum Einsatz gelangen. Manche Erkrankungen entstehen deshalb, weil ein Stück des genetischen Materials nicht richtig funktioniert. Wenn man nun in Stammzellen ein defektes Gen gegen ein gesundes Gen austauschen kann, kann man davon ausgehen, dass diese ‘reparierten’ Stammzellen nach der autologen Transplantation eine Heilwirkung haben (XI).
Die Liste der Krankheiten, von denen die Wissenschaft vermutet, dass sie der Behandlung mit Stammzellen zugänglich sind, ist noch viel länger. Hierzu zählen Nierenversagen, Kolitis, Leberzirrhose und Augenkrankheiten wie Retinitis pigmentosa. Interessant ist in diesem Zusammenhang ebenfalls ein ganz neues Behandlungsverfahren für Krebs.
Alle diese Anwendungsgebiete für Stammzellen befinden sich zurzeit in einem experimentellen Stadium. Es kann deshalb noch einige Zeit dauern, bis sie zum Standard der Behandlungsmethoden gehören. Sie haben deshalb viel Zeit, denn die genannten Krankheiten treten oft erst im fortgeschrittenen Alter auf. In der Zwischenzeit wird sich die medizinische Wissenschaft weiter entwickeln.