| | EINE JUNGE, ABER BEWÄHRTE THERAPIE Im Jahre 1988 wurde nachgewiesen, dass Nabelschnurblut eingesetzt werden kann, um defektes menschliches Knochenmark zu ersetzen.(2) Seither haben sich hämatopoietische (Blut-)Stammzellen (HSZ) als gängige Therapie verschiedener Blutkrankheiten entwickelt, wie beispielsweise bei Leukämien (Krebs der Blutzellen), Anämien (Mangel an roten Blutzellen bzw. von Hämoglobin) und bei gewissen Autoimmunkrankheiten (bei denen der Körper die eigenen Zellen angreift). In den 20 Jahren seit der Entdeckung dieser Einsatzmöglichkeit haben bereits rund 15.000 Patienten eine Nabelschnurblut-Transplantation erhalten. |
STAMMZELLENTHERAPIE: ERFOLGREICHE ENTWICKLUNG SEIT 20 JAHREN
| Der erste nachweisliche Erfolg mit dem Einsatz hämatopoietischer (Blut-)Stammzellen aus Nabelschnurblut geht ins Jahr 1988 zurück.(2) Damals wurde ein fünfjähriger Junge, der an einer seltenen Erbkrankheit, einer sogenannten Fanconi-Anämie litt, mit Stammzellen seiner neugeborenen Schwester behandelt. Heute, nach zwanzig Jahren, ist der junge Mann nicht nur gesund, sondern sein ganzes Blut- und Immunsystem wurde durch das Transplantat mit funktionierenden Zellen ausgestattet. Vor zwanzig Jahren konnte erst eine einzige Krankheit mit Nabelschnurblut-Stammzellen behandelt werden; vor zehn Jahren eine Handvoll. Heute werden Nabelschnurblut-Stammzellen erfolgreich bei der Behandlung von über 70 Krankheiten eingesetzt. Je nach Krankheit ist eine autologe oder allogene Transplantation günstiger. Zum Teil handelt es sich um Krebserkrankungen der Blutzellen (wie z. B. die Leukämien), zum Teil um andere Blutkrankheiten (wie Anämien). Einige | | Autoimmunkrankheiten (bei denen der Körper seine eigenen Gewebe angreift) und Stoffwechselkrankheiten können ebenfalls mit Stammzellen aus Nabelschnurblut behandelt werden.(5)
In der ersten Zeit wurde für die meisten Behandlungen vor allem gespendetes (allogenes) Nabelschnurblut verwendet. Die Möglichkeit, Nabelschnurblut-Stammzellen zu lagern, öffnete allerdings den Weg zur autologen Behandlung. Damit stieg in den letzten Jahren nicht nur die Zahl der Behandlungen, sondern auch die Liste der behandelbaren Krankheiten wuchs. Tumore außerhalb des Blutsystems wie das Retinoblastom (Tumor im Auge) und das Neuroblastom (Hirntumor) wurden der Liste zugefügt – und der mögliche Einsatz von Nabelschnurblut-Stammzellen scheint damit noch lange nicht erschöpft zu sein.(5) |
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