Nabelschnurblut Kritik  

TATSACHEN STATT MEINUNGEN

 

Seit der ersten erfolgreichen Stammzelltransplantation aus Nabelschnurblut im Jahre 1988 blicken wir heute auf rund 15.000 Transplantationen zurück. Gegenwärtig werden jährlich rund 3.000 Transplantationen vorgenommen. Man kann daher von einem medizinischen Standardverfahren sprechen. Trotz ihrer Erfolge und der positiven Entwicklungen wird diese Therapieform noch auf vielen Ebenen diskutiert und oft falsch verstanden. Hier wollen wir zu einigen häufigen Missverständnissen Stellung nehmen.

 

 


Es lohnt sich nicht, Stammzellen zu lagern.

Nach dem heutigen Wissensstand geht die medizinische Wissenschaft davon aus, dass ein Kind künftig mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 1:400 – Tendenz steigend – im Verlaufe seines Lebens Stammzellen aus seinem eigenen Nabelschnurblut benötigen

könnte.(10)

Nabelschnurblut kann nicht langfristig gelagert werden.

Ordentlich präparierte und gelagerte Stammzellen aus Nabelschnurblut können älter werden als wir selbst. Die bisherigen Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass kryokonservierte Zellen eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer haben. Aktuelle Forschung, bei der auch wir uns engagieren, sorgt für weiter wachsende Sicherheit.

Nabelschnurblut kann nur für Kinder verwendet werden.

Natürlich können auch Erwachsene mit Nabelschnurblut-Stammzellen behandelt werden, und in der Tat stellen sie gegenwärtig auch die grösste Patientengruppe. Manchmal reicht die Zahl der Stammzellen nicht für die Behandlung aus, so dass der Arzt zusätzliche Zellen aus einer anderen Quelle einsetzen muss. Speziell in der regenerativen Medizin ist jedoch die Zahl der Stammzellen nicht entscheidend. Schon eine kleine Menge kann genügen, um die Geweberegeneration in Gang zu bringen.

Wenn man Nabelschnurblut an eine öffentliche Bank spendet, wird es bei Bedarf Ihrem eigenen Kind gegeben.

Nur 30–50% der Spenden an öffentliche Stammzellen-Banken werden wirklich eingelagert - der Rest wird verworfen. Es besteht daher keine Garantie, dass Ihre Spende Ihrem Kind zur Verfügung stehen wird. Selbst wenn es nicht verworfen wurde, können Sie sich nicht darauf verlassen, dass Ihre Spende zum Zeitpunkt, wenn Ihr Kind sie benötigt, nicht schon einer anderen Person zugeteilt worden ist. Die private Lagerung ist die einzige Art, die persönliche Verfügbarkeit zu sichern.

Nabelschnurblut ist nicht nötig zur Stammzellgewinnung. Jedermann kann ja Knochenmark bekommen.

Es wäre schön, wenn es so einfach wäre. Tatsächlich enthält Knochenmark Stammzellen. Allerdings altern diese mit dem Körper und verlieren dadurch potentiell ihre Vitalität und ihre Nützlichkeit; ja sie können sogar durch die gleichen Krankheiten wie der Rest des Körpers befallen sein (z. B. Diabetes Typ 2). Im Gegensatz dazu sind Stammzellen aus dem Blut der Nabelschnur jung, frischer und seltener mit Krankheiten befallen. Sie bieten daher mehr Einsatzmöglichkeiten. Zudem enthält Nabelschnurblut ein grösseres Spektrum von Stammzellen als Knochenmark.


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